Die Liste der beteiligten Musiker lässt aufhorchen: Kevin Martin aka The Bug hat für sein drittes Album Liz Harris (Grouper), Gonjasufi, Death Grips und Inga Copeland gewinnen können. Auch alte Weggefährten wie Flowdan und die Patois-Königin Warrior Queen, die schon vor sechs Jahren auf seinem hochgelobten Album London Zoo zu hören waren, sind auf Angels & Devils (Ninja Tune) vertreten. Wie der Albumtitel vermuten lässt, thematisiert Martin auf Angels & Devils den Kontrast zwischen Gut und Böse und nimmt den Hörer mit in ein düsteres Paralell-Dubuniversum.

In einem Interview mit dem Thump Magazine erklärt Kevin Martin sein Konzept folgendermassen: «Das Album untersucht Gegensätzlichkeiten und erforscht Extreme, sowohl sonisch und—besonders wichtig—emotionale. Ich habe mich dazu entschlossen das Album in zwei Hälften zu spalten, Kontrast und Konflikt. (…) Ich wollte einerseits die Erwartungen zunichte machen und gleichzeitig die Musik in fernere, intensivere Gebiete treiben. Ich meine dass es gleichzeitig zonal und misanthropisch ist.»

Am eindrücklichsten funktioniert dieses Konzept in der Mitte des Albums, wenn die Stimmung zu kippen beginnt. Das sakral anmutende «Pandi» schlägt tiefe Orgel-Drones an, gefolgt von langsam überschlagenden Bässen die an die Oberfläche dringen. Der Pathos mutiert zu Unbehagen. Gonjasufi tritt auf die Kanzel und fleht ein entrücktes: «Save Me». Es scheint zu spät zu sein. Das folgende «The One» ist der Dubstep-Marsch Richtung Hölle. «Function» und «Fuck A Bitch» sind dann schlussendlich der Tanz auf glühend heissem Höllenboden.

Angels & Devils ist der Soundtrack der Gegenwart. Wer ist Gut und wer ist Böse? So simpel die Dialektik zwischen Engel und Teufel, Gut und Böse erscheint, wir sehnen uns alle nach einer einfachen Antwort auf diese Frage.